Marina Schulze

shallow depth

08.03.21 - 24.05.21

Das Syker Vorwerk - Zentrum für zeitgenössische Kunst widmet der Künstlerin Marina Schulze eine groß angelegte Einzelausstellung.

Marina Schulze hat sich in ihrer mehr als zwanzigjährigen Karriere als Malerin zu einer der großen Realistinnen ihrer Generation entwickelt. Ber der Betrachtung ihrer Gemälde blicken wir jedoch nicht allein auf das, was faktisch in ihren Gemälden agebildet wurde, sondern stellen uns vornehmlich vor, was das wohl sein könnte, was wir da sehen. Die Künstlerin lässt uns rätseln, was wir da sehen. Was umso erstaunlicher ist, als ihre Werke im Ursprung alle höchst gegenständlich sind. Und nicht selten, liegen wir mit unseren Vermutungen komplett daneben! Der Ausstellungstitel „shallow depth“ – seichte/geringe Tiefe – nimmt zum einen als Oxymoron Bezug zu diesen sich widersprechenden Eigenschaften ihrer Bilder. Die Betrachter*innen werden verunsichert, welche Bildteile erhaben oder flach, hoch oder tief, oben oder unten erscheinen. Zum anderen haben die Gemälde von Marina Schulze buchstäblich eine „geringe Tiefe“, da es sich bei Malerei um ein zweidimensionales Medium handelt und die Künstlerin einen lasierenden Farbauftrag bevorzugt. Plastizität und räumliche Tiefenwirkung werden in den Werken ausschließlich durch künstlerische Technik und malerisches Können erzeugt. Schulze fasziniert an der Malerei grundsätzlich, die Illusion von Dreidimensionalität erschaffen zu können. Des Weiteren stellt der Ausstellungstitel den Bezug zur Fotografie her. Dort bezeichnet „depth of field“ – Schärfentiefe – das Maß für die Ausdehnung des scharfen Bereichs der optischen Abbildung. Marina Schulzes Bilder besitzen im übertragenen Sinne genau diese sehr geringe Schärfentiefe, da nur ein ganz kleiner Ausschnitt eines Objekts im Fokus des Gemäldes steht. Die Ausstellung „shallow depth“ zeigt auf ca. 400 Quadratmetern auf zwei Etagen in dreizehn Räumen des Syker Vorwerks neben neuen Gemälden auch einige Schlüsselwerke aus Schulzes Œuvre. Somit schafft sie als Retrospektive einen Überblick über mehrere Schaffensphasen zurückgehend bis zu Marina Schulzes Zeit als Meisterschülerin 2004.

Die Ausstellung wird gefördert durch die Stiftung Niedersachsen, den Landschaftsverband Weser-Hunte e.V. und die Karin und Uwe Hollweg Stiftung.