Petra Fiebig & Uwe Schloen

Turn Around

18.02.2024 - 20.05.2024

Petra Fiebig, Notizen, 2023/2024, Tusche auf Transparentpapier, Foto: Petra Fiebig
Uwe Schloen, Larry, 2023, Blei, Holz, Plexiglas und diverse Materialien, Foto: Sigrun Strangmann
Petra Fiebig, A.M., Installation: Bleistift auf Leinwand, Holzobjekte (Fritz und Petra Fiebig), getrocknete Früchte, Foto: Sigrun Strangmann (Detail)
Uwe Schloen, Um Vier bei Oma, 2023, Skulptur und Text, Foto: Sigrun Strangmann

Petra Fiebig und Uwe Schloen zeigen mit ihren Arbeiten subtile Erinnerungen und Facetten menschlicher Emotionen. Fiebig mittels raumgreifender Installationen, die sich zwischen Zeichnungen und Objekten bewegen, Schloen als Bildhauer, Maler und Texter. Die Ausstellung beleuchtet die Werke der beiden Künstler:innen im Dialog.


Petra Fiebig präsentiert ihren neuen Zyklus aus den Jahren 2022 bis 2024. Dieser wurde von der Biografie der kanadisch-amerikanischen Künstlerin Agnes Martin (1912-2004) inspiriert. In mehreren Räumen sind Installationen zu sehen, bestehend aus Bleistiftzeichnungen auf Papier und Leinwand, kleinen geschnitzten Objekten und Tuschezeichnungen auf Transparentpapier. Eine besondere Premiere ist eine Videoarbeit, die eine atmosphärische Ergänzung zu den anderen Werken darstellt. Die Videoarbeit o.T. (2023/204) trägt dazu bei, eine immersive Erfahrung zu schaffen, die die Betrachter:innen tiefer in die Gedankenwelt der Künstlerin führt.


Uwe Schloen legt in seinen Skulpturen und Installationen besonderen Fokus auf die Verwendung von Blei als zentralem Material. Blei, eines der ältesten und bedeutendsten Gebrauchsmetalle, prägt seine Kunstwerke maßgeblich. Die herausragenden Eigenschaften des Materials, wie hohe Dichte und leichte Biegsamkeit spielen eine zentrale Rolle in Schloens künstlerischem Schaffen. In der zeitgenössischen Kunst wird die Schwere des Materials, gepaart mit seiner leichten Verformbarkeit, zu einem zentralen Thema. Dieser Fokus auf die Schwere ist nicht nur ästhetisch, sondern trägt auch eine kulturgeschichtliche Bedeutungslast. Dieser Kontext gibt Schloens Arbeiten eine tiefe, metaphorische Dimension. Seine Werke spielen mit der Dualität des Materials – seiner schützenden und gefährlichen Natur. Uwe Schloen integriert in seine Kunst jedoch auch Humor, Wortwitz und Ironie, um der Schwere des Materials eine spielerische Nuance hinzuzufügen.


Der Ausstellungstitel „Turn Around“ trägt eine tiefe Bedeutung im Kontext von Erinnerungen. Er impliziert eine Bewegung, eine Umkehr oder eine Drehung – eine Veränderung der Perspektive oder Ausrichtung. Im Bezug zu Erinnerungen weist dieser Titel auf die Idee hin, sich umzudrehen und zurückzublicken, um vergangene Momente und Erfahrungen zu reflektieren. Das Zurückblicken kann dazu dienen, verborgene Schichten der Vergangenheit zu enthüllen oder auch vergessene Emotionen wieder aufleben zu lassen. Zudem weist „Turn Around“ darauf hin, dass Erinnerungen nicht statisch sind, sondern sich im Laufe der Zeit verändern und weiterentwickeln können. Die Aufforderung zum Umdrehen symbolisiert eine metaphorische Reise durch die eigene Geschichte, bei der man durch das Betrachten der Vergangenheit auch einen Einfluss auf die Gegenwart und Zukunft nehmen kann. Der Titel „Turn Around“ fungiert als eine Aufforderung zur aktiven Betrachtung, Reflexion und möglicherweise zur Veränderung der eigenen Perspektive.

 

Künstler:innen:
Petra Fiebig (*1969 in Bremen) absolvierte ein Studium im Bereich Mode Design an der Hochschule für Künste in Bremen (1990-95) und war als Regieassistenz am Thalia Theater in Hamburg tätig. Seit 2014 arbeitet sie in der Kunstvermittlung am Gerhard-Marcks-Haus und hat seit 2018 Lehraufträge an der Universität Bremen. Sie erhielt Stipendien, Förderungen und Preise für ihre Arbeiten und hat in Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland und international teilgenommen.
Uwe Schloen (*1958 in Kuhstedt/Niedersachsen - 2024 in Bremen) studierte Bildhauerei/Malerei in Hamburg (1984-87) und war seit 1987 als freischaffender Künstler tätig. Er erhielt Auszeichnungen, Arbeitsstipendien und Preise für seine Werke in Deutschland, Italien, Polen und anderen Ländern. Seine Einzel- und Gruppenausstellungen erstrecken sich national und international und sind in öffentlichen Sammlungen sowie in verschiedenen Museen vertreten.

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